Die Ausreißer - Der Weg zurück: Der Fall Cengiz
Mittwoch | 11.02.2009 | 21:15 Uhr | RTL
Der 16jährige Cengiz ist ausgerissen, weil er es Zuhause in Mecklenburg-Vorpommern nicht mehr aushält. Die täglichen Beleidigungen, die er als Deutscher mit dunkler Hautfarbe ertragen muss, haben ihn dazu gebracht der ländlichen Region den Rücken zu kehren und sein Glück in der Großstadt Berlin zu suchen. Außerdem kommt er mit seinem Ziehvater Rene nicht klar. Cengiz will sich von ihm nichts sagen lassen. In Berlin findet Cengiz sein Leben viel besser: „Ich weiß nicht, seit dem ich hier bin wie lange ich die Beleidigung Neger nicht mehr gehört habe.“
Cengiz Mutter Manuela Sperber, 38, hat brasilianische Vorfahren. Sie ist traurig und macht sich große Sorgen, dass Cengiz auf die schiefe Bahn gerät und sein Ziel einen Schulabschluss zu machen aus den Augen verliert.
Vor sieben Jahren ist Manuela Sperber mit ihren Söhnen Cengiz, 16, und Mike, 12, nach Mecklenburg-Vorpommern gezogen. Nachdem sie dort ihren neuen Lebenspartner René Schank, 39, kennengelernt hatte, war für sie klar, dass sie dort bleiben möchte. In einer ländlichen Umgebung fühlt sie sich wohl, obwohl die Familie hier von Anfang an Probleme hatte wegen ihrer Hautfarbe. Manuela Sperber und René Schank haben einen gemeinsamen Sohn, den inzwischen 3jährigen Manuel.
Die Eltern bitten den Sozialpädagogen Thomas Sonnenburg um Hilfe. Sie wissen nur, dass ihr Sohn in Berlin ist, aber wo er schläft, wie er durchkommt, können sie sich nicht vorstellen.
Sie berichten, dass vor allem Cengiz unter den Anfeindungen und Übergriffen der Nachbarn und Mitschülern litt. Die Situation habe zu Spannungen in der Familie geführt. Cengiz gab schließlich seiner Mutter die Schuld, weil sie mit ihm und seinem Bruder Mike nach Mecklenburg-Vorpommern gezogen ist.
Cengiz glaubte die Probleme auf seine Art lösen zu müssen: Er riss aus.
Manuela Sperber weiß nicht mehr weiter und hofft, dass Thomas Sonneburg vermitteln kann.
Thomas Sonnenburg ist skeptisch. Alltagsrassismus, der eine Familie so unter Druck setzt und den ältesten Sohn aus dem Haus treibt, ist ihm so noch nie begegnet. Er macht sich auf den Weg den Ausreißer in Berlin zu suchen.
Der Streetworker findet Cengiz in Berlin auf der Warschauer Brücke, einer der großen Treffpunkte der Straßenkinder. Er hat dort schnell in der Punkszene Anschluss gefunden. Für ihn ist es ein großes Abenteuer, eine große Party. Der Streetworker verbringt einige Zeit mit dem 16jährigen und merkt schnell, dass für Cengiz der Weg zurück nach Mecklenburg-Vorpommern keine Alternative ist. Das Leben in der Großstadt fasziniert ihn. Und auf seinen Ziehvater Rene hat er sowieso keine Lust mehr.
Zunächst läuft die Zusammenarbeit gut. Cengiz öffnet sich schnell und bestätigt Thomas Sonnenburg: Die Anfeindungen waren schlimm, aber noch schlimmer war für den Jungen der Familienkonflikt.
Aber als Thomas Sonnenburg sich mit ihm treffen will, um endlich eine betreute Wohnmöglichkeit zu organisieren, ist der Ausreißer plötzlich verschwunden. Angeblich hat sich der 16jährige nach Luxemburg abgesetzt. Hat Thomas Sonnenburg jetzt noch die Chance, Cengiz von der Straße zu holen? Oder ist der 16jährige für seine Familie für immer verloren?
Quelle: Pressetext von Imago TV, » www.imago-tv.de
Weitere Infos zur Serie auf der » RTL-Homepage
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