Er kümmert sich um Jugendliche, die kein Zuhause haben: Thomas Sonnenburg, Aushängeschild der Doku-Soap „Die Ausreißer“. X-Scout Luisa sprach mit dem beliebten „RTL“-Streetworker über gefallene Jugendliche, tragische Schicksale und eigene Ausreiß-Versuche.
Welches jugendliche Schicksal beschäftigt Sie heute?
Thomas Sonnenburg: Ich besuche einen Jungen im Frankfurter Rotlichtviertel. Ich kenne ihn seit 2 Jahren. Dieser Fall war einer meiner schwierigsten. Der junge Mann hat seine Mutter frühzeitig verloren, ist hier in Frankfurt unter die Räder gekommen. Zur Zeit der Dreharbeiten hat er sich mit HIV angesteckt, mit nur 16 Jahren. In der Zwischenzeit ist auch noch sein Vater gestorben.
Wie wurde er damit fertig?
Genau da liegt das Problem, bis heute nimmt er keine Medikamente. Heute versuche ich ihn endlich dazu zu bringen zum Arzt zu gehen. Ich hoffe, er geht mit mir gemeinsam hin.
Sie arbeiten in sozialen Brennpunkten. Macht das Angst?
Angst ist kein guter Begleiter, aber ich bin ja nicht alleine. Wir sind ein Team aus 4 Leuten. Man darf nicht den Robin Hood spielen. Man muss immer darauf achten, wie der Andere reagiert. Ich ziehe mich lieber aus einer Situation zurück, anstatt Jugendliche in einer Situation vor die Kamera zu zerren, für die sie sich schämen.
Ihre Arbeit wurde mit dem deutschen Fernsehpreis belohnt. Wie fühlt sich das an?
Das war ganz komisch für mich, als Sozialarbeiter da zwischen den Stars und Sternchen. Mit einem Mal war ich berühmt, auch damit musste ich erst mal klar kommen. Da ist einerseits große Freude, aber auch eine Last, weil alles daran gemessen wird.
Gab es in Ihrem Leben auch Situationen, in denen Sie gern ausgerissen wären?
Ich wurde durch eine unglaublich tragische Geschichte in meinem Leben geprägt, als meine damalige Lebenspartnerin 2003 einfach umgefallen ist und an einem Hirnschlag innerhalb von 20 Tagen verstorben ist. Damit musste ich selbst erstmal klar kommen.
Von X-Scout LUISA SCHLIERF
gefunden auf: www.express.de
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