Thomas Sonnenburg

Berater, Trainer, Coach und Streetworker in einer Person

Die Jugendlichen, mit denen ich für die Sendung „Die Ausreisser - Der Weg zurück“ arbeite, leben fast alle auf der Straße. Sie haben Erfahrungen in ihrem Leben gemacht, die sie Erwachsenen gegenüber haben misstrauisch werden lassen. Sie bauen sich ihre eigene Welt auf und entwickeln einen Lebensstil, der vielen Erwachsenen eher Unbehagen macht und befremdlich ist.

In meiner langjährigen Praxis als Coach und Streetworker habe ich Erfahrungen gesammelt, wie man sich den Jugendlichen nähert und ihr Vertrauen gewinnt. Ich schaue mir zuerst aus der Beobachterperspektive das Umfeld an und analysiere dann mit meinem Team die Situation. Nach der Kontaktaufnahme versuche ich zu erfahren, was der Jugendliche sich wünscht, was er braucht und wie wir es gemeinsam erreichen können.

Bei der Umsetzung greife ich auf unterschiedlichste Instrumentarien zurück, die ich in meiner Berufspraxis eingesetzt habe. Zum Beispiel gehört ein erlebnispädagogischer Ansatz bei vertrauensbildenden Übungen und auch die Begleitung der Jugendlichen zu Ämtern und Institutionen zum Selbständigkeitstraining  für den Klienten, und auch das Suchen von Praktikumsplätzen zur Interessensfindung für den Jugendlichen ist Teil der Tätigkeiten eines Streetworkers.

Wenn ich das Vertrauen der Jugendlichen und ihrer Eltern gewonnen habe, kommt es bei allen Familien dazu, dass wir über ihr Familienleben vor dem Weggehen der Kinder reden. Hier brechen sehr häufig Wunden bei den einzelnen Familiemitgliedern auf, es werden Anschuldigungen formuliert, es kommen Verletzungen zu Tage oder ältere, unterdrückte Frustrationen brechen auf.

Diese Krisen sind für alle Familienmitglieder eine belastende Situation. Sie bergen aber auch die Chance, sich auszusprechen, sich zu entschuldigen und sich zu versichern, das man den Anderen mag und ein Interesse an ihm hat.
In dieser Phase werde ich immer häufiger auch als Coach der Familien tätig. Das ist etwas Ungewöhnliches in meinem Arbeitsfeld, der klassischen Straßensozialarbeit, weil ich bislang ausschließlich der Lobbyist für die Jugendlichen gewesen bin und mich nur in Ausnahmen mit dem familiären Umfeld der Jungen und Mädchen auseinander gesetzt habe.

Für mich ist in dieser Phase das Team um mich herum besonders wichtig. Mit ihnen werte ich die Gesprächssequenzen, Krisengespräche und Interaktionen im Hinblick auf Coaching und Straßensozialarbeit aus. Im Coaching geht es mir darum, den Familien Freiraum zu schaffen, um ihre Ideen entwickeln können. In meinen Fragestellungen greife ich ihre Ansätze und Gedanken auf und lasse sie ihren Weg für eine andere Gestaltung ihrer Beziehungen untereinander finden.

Erst, wenn sich die Familienmitglieder mit ihrem selbst entwickelten Beziehungsmodell wohlfühlen, beginnen wir damit, die neu zu gehenden Schritte für die einzelnen Beteiligten in der Familie zusammen zu fassen. Die daraus resultierenden Konzepte beinhalten Rituale des Umgangs miteinander. Wege, die für die Perspektiven der Jugendlichen wichtig sind und das Aufsuchen von Unterstützungsangeboten in den Orten, in denen sich Jugendlicher und Familie aufhalten, werden aufgezeigt.

Das Coaching der Familien hat sich bei dem Format aus der Notwendigkeit heraus entwickelt, da die Beteiligten eine erste Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Probleme und Konflikte brauchen. Ich fungiere in dieser Phase durch das Vertrauen der Familienmitglieder eher als Vermittler. Meine Arbeit kann und darf nicht enden, bevor nicht als Resultat meines Einsatzes ein Neuanfang für alle möglich ist.

Ich bin Berater, Trainer, Coach und Streetworker in einer Person - Eine Herausforderung mit hoher Verantwortung und eine Arbeit, die mir Spaß macht.

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Neue Folgen | Sendetermine 2015

Die Ausreißer – Der Weg zurück

23.03.2015 RTL, Die Ausreißer 21:15 Uhr

28.03.2015 Berlin, Malteser-"Wohlfühltag"

30.03.2015 RTL, Die Ausreißer 21:15 Uhr

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